Ein »GRENZENLOS«es Fest

Erfurt – Rund 500 Teilnehmer folgten der Einladung zum Höhepunkt des diesjährigen Christopher Street Day Erfurt. Am Samstag feierten Menschen aus Erfurt und Umgebung auf dem Anger und bei der friedlichen und fröhlichen Demonstration durch Erfurts Innenstadt für mehr Gleichberechtigung aller Lebensmodelle.
Unter dem diesjährigen Motto »GRENZENLOS« fanden schon in der vergangenen Woche mehrere Veranstaltungen im SwiB-Zentrum, (Gebäude der AIDS Hilfe Thüringen e.V.) statt, die bereits zahlreiche interessierte Besucher anzogen. Interesante Beiträge und anregende Diskussionen gab es bei z.B. bei Workshops und Vorträgen zu den Themen „BDSM und Feminismus“ und „Geschichte des CSD“.
Das Straßenfest und die Demonstration wurden von den Erfurtern und den Gästen sehr gut angenommen. „Im Vergleich zu den letzten Jahren war das Straßenfest besser besucht und wir haben mehr Menschen mit unserer Botschaft erreicht.“, so Jasmin Plinsky von der Initiative „Ich weiß was ich tu“.
Beide Veranstaltungen wurden von Fixi Fate aus Berlin moderiert. Auf dem Straßenfest legte neben einigen Liedermachern hauptsächlich DJane S.A.R.A. auf. „Die Stimmung war spitze. Auch nicht zur Szene gehörige Menschen haben auf dem Straßenfest mitgefeiert und zur Musik getanzt.“, schildert sie ihre Eindrücke.
Conrad Gliem, Landesvorstand des Lesben und Schwulenverband Deutschland (LSVD) war begeistert von den vielen Teilnehmern und der guten Resonanz der Besucher, „Der CSD Erfurt war ein voller Erfolg. Ich denke, wir haben einmal mehr gezeigt, dass auch Erfurt bunt und vielfältig ist.“

BDSM & Feminismus – Ein unvereinbarer Widerspruch?

Reproduziert BDSM (Bondage, Disziplin, Sadismus and Masochismus – umgangssprachlich häufig SM) die bestehenden Machtstrukturen und verfestigt konventionelle Rollenbilder, oder kann es im Gegensatz dazu gerade in dieser Gesellschaft vielleicht sogar eine Möglichkeit des Empowerments sein?

Innerhalb dieses Workshops als Teil der Aktionswoche des CSD Erfurt 2012, wird unter einem vorher zusammen erschaffenen Ausgangspunkt und einigen Vorraussetzungen, der Widersprüchlichkeit von BDSM & Feminismus etwas näher gekommen.
Hierbei soll vorher im Rahmes des Workshops etwas genauer definiert werden, wovon gesprochen wird, wenn die Rede von BDSM oder Feminismus ist, um dann die verschiedenen Fragen etwas näher zu beleuchten: Ist es möglich, diese beiden Lebensaspekte zu verbinden? Wie kann man sich über den Konsens sicher sein und wie können „Safer Places“ geschaffen werden? Was ist Fantasie und kann man diese als einen Raum sehen, der losgelöst ist, vom Rest der gesellschaftlichen Strukturen?

Es soll kein strenger Vortrag werden, viel mehr soll im Sinne eines Workshops ins Gespräch gekommen werden. Aber selbstverständlich: Wer nichts sagen möchte, wird auch nicht dazu gezwungen.

Der Workshop ist offen für alle, sowohl Menschen, die sich noch nie mit BDSM oder Feminismus auseinandergesetzt haben, als auch jene, die beides kennen und dies vielleicht täglich leben.

Wir freuen uns, möglichst viele Interessierte am 17.Juli, um 19 Uhr im SwiB-Zentrum (Windthorststraße 43a, Erfurt) begrüßen zu können.

GRENZENLOS informieren, feiern, Gemeinschaft erleben

Vielfältige Menschen haben ein vielfältiges Programm verdient.

Der Christopher Street Day Erfurt 2012 läd alle Menschen zu offenen Veranstaltung ein, um sich mit dem Thema CSD in Erfurt und den Forderungen auseinander zu setzten.

Menschen in Feierlaune erhalten in der CSD-Woche gleich drei Mal die Möglichkeit auf ihre Kosten zu kommen. Am 14. Juli findet ab 22 Uhr im Centrum die Starterparty zum Einstieg statt. Weiter geht es dann mit der offiziellen CSD-Opening Party am 20. Juli, ab 22 Uhr, im Presseclub Erfurt. Und abgeschlossen wird der diesjährige Christopher Street Day in Erfurt mit der GayCulture im Cosmopolar, auch ab 22 Uhr.

Die dazu passende Vortragsreihe fängt am 17.Juli, um 19 Uhr im Swib-Zentrum, in Erfurt an. Die SM-Jugend Thüringen (smjg) hat einen Vortrag zum Thema „BDSM und Feminismus“ ausgearbeit und freut sich auf zahlreiche Interessierte.

An den darauf folgengenden Tagen organisiert das SwiB einen späten „Günterabend“. Von 19-24 Uhr ist jede_r herzlich eingeladen sich mit anderen Menschen auszutauschen und die Möglichket zu nutzen auf bisherige CSD-Impressionen zu blicken.

Ein weiteres Highlight ist der Gottesdienst am 20. Juli um 19:30 Uhr in der Kaufmannskirche. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Lübs geleitet und knüpft an die bisherige Tradition an. Danach findet die Nacht der Solidarität statt, in der allen AIDS-Erkrankten und Opfern der Krankheit gedacht werden soll – dabei findet ein Gedenken im Kerzenmeer auf dem Fischmarkt ab etwa 21 Uhr statt.

Aktuelle Informationen halten wir jederzeit auf unserer Internetpräsenz bereit: http://www.csd-erfurt.de

Unsere Forderungen

Natürlich soll auf dem Christopher Street Day nicht nur gefeiert werden. Es geht dabei vielmehr um die Botschaft die übermittelt wird.Das CSD-Plenum entwickelte in der Vorbereitung mehrere politische Forderungen, unter dem der CSD stehen soll.

Die wohl wichtigste Forderung ist die gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Im Grundgesetz Artikel 3 wird erläutert, dass kein Mensch auf Grund seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens oder seiner religiösen oder politischen Anschauungen diskriminiert werden darf. Außerdem ist die Rede von Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Die Gesetzgebung vernachlässigt hier alle Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen und berückichtigt nicht die Diskriminierungen auf Grund der Sexualität.

„Leider kommt es immer noch vor, dass Menschen auf Grund ihrer Sexualität ausgegrenzt werden und teilweise sogar bedroht. Das muss aufhören, deswegen fordern wir diese Gesetzesänderung.“, so Conrad Gliem, Vorsitzender des LSVD Thüringen.

Eine weitere wichtige Forderung ist der diskriminierungsfreie Zugang zur Blutspende.
Männer, die Sex mit Männern haben, werden durch eine Richtlinie als Risikogruppe bei der Übertragung von Blutprodukten eingestuft und damit pauschal von Blutspenden ausgeschlossen. Davon sind auch Menschen betroffen, die in langjährigen monogamen Beziehungen leben oder seit langer Zeit keine sexuellen Kontakte hatten.
Gleichzeitig werden heterosexuelle Männer und Frauen nicht nach Risikofaktoren gefragt, auch wenn diese häufig wechselnde Sexualpartner haben oder Verkehr mit einem Menschen der Risikogruppen haben.
Mit dem aktuellen Ausschlusskriterium werden zahlreiche potentielle Blutspender daran gehindert, anderen Menschen zu helfen. Gleichzeitig wird der lebensbedrohliche Notstand an Blutkonserven – gerade in Sommer- und Urlaubszeiten – so verstärkt.
Wir fordern deswegen eine Befragung aller Blutspender zu möglichen Risikofaktoren.
Hierzu Marcus Scholz, Vorstandsmitglied der Aidshilfe Thüringen e.V.: „Diese offensichtliche Diskriminierung auf Grund der Sexualität muss gestoppt werden und die Risikofaktoren zum besseren Schutz der Patienten bei allen Blutspendern abgefragt werden.“

Alle weiteren Forderungen sind unter www.csd-erfurt.de nach zu lesen.

Der CSD Erfurt 2012 möchte zu einem GRENZENLOSen Miteinander aufrufen, zu einem Aufeinanderzugehen und zu mehr Toleranz in unserer Gesellschaft.
Feiert mit uns und fordert mit uns – GRENZENLOS.

CSD sucht Unterstützer_innen

Der am 21. Juli stattfindende CSD Erfurt 2012 hat sich in diesem Jahr ganz bewusst gegen eine Schirmherrschaft entschieden. Stattdessen suchen wir verschiedene Unterstützer_innen aus Politik, Medien und Kultur. Das eröffnet für jede Organisation und auch jeden Privatmenschen die Möglichkeiten, ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans*- und intergeschlechtlichen Menschen zu setzen.

Die Unterstützer_innen werden auf der Website http://www.csd-erfurt.de mit persönlicher Botschaft und/oder einem Logo veröffentlicht.

„Dieses Zeichen der Solidarität mit Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Orientierung und Identität benachteiligt werden, ist in Thüringen noch nicht selbstverständlich und daher umso nötiger.“, so Conrad Gliem, Landesvorstand des LSVD in Thüringen.

Bereits zugesagte Unterstützer sind unter anderem Astrid Rothe-Beinlich, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags und Parlamentarische Geschäftsführerin der Bündnis-90/Die-Grünen-Landtagsfraktion, DIE LINKE Thüringen und die PIRATEN Thüringen.

Ausserdem besteht die Möglichkeit mit einer gezielten Spende den CSD zu unterstützen. Auch hierfür finden Sie alle Informationen auf unserer Website.

Absage des Empfangs

Der Empfang zum CSD Erfurt 2012 kann aus organisatorischen Gründen leider nicht statt finden.
Wir  wünschen uns stattdessen eine rege Teilnahme an den zahlreichen anderen  Veranstaltungen zum CSD Erfurt 2012. Aktuelle Informationen halten wir  jederzeit auf unserer Internetpräsenz bereit: http://www.csd-erfurt.de

Christopher Street Day Erfurt 2012 – Erfurt wird bunt!

Unter dem Motto »GRENZENLOS« findet am Samstag, den 21. Juli 2012 der diesjährige Christopher Street Day in Erfurt statt.

Die jährliche Demonstrations- und Festveranstaltung, bei der auf der ganzen Welt Schwule, Lesben, Bi-, Trans*- und intersexuelle Menschen bunt und farbenfroh für ihre Rechte demonstrieren, wird nach einjähriger Abstinenz wieder in Erfurt stattfinden.

„Der Christopher Street Day ist ein wichtiges Zeichen für mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber allen Menschen, egal welchen Geschlechts. Der CSD bietet Erfurt die Möglichkeit, offen Stellung zu beziehen und sich gegen Diskriminierung aller Art auszusprechen“, sagt Conrad Gliem, Landesvorstand des LSVD in Thüringen und langjähriger Mitorganisator des Festes in Thüringen.

In der CSD Vorwoche finden verschiedene Veranstaltungen rund um diese Thematik in Erfurt statt. Eingeleitet wird die Festwoche mit einem Empfang zu dem verschiedene Würdenträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Stadt Erfurt und des Freistaats Thüringen eingeladen sind.

Weitere Informationen entnehmen sie bitte unserer Webseite: www.csd-erfurt.de